Erbrecht des Ehepartners

 

Der Ehepartner hat in der gesetzlichen Erbfolge eine Sonderstellung. Grund dafür ist, dass Ehepartner nicht miteinander verwandt sind. De Ehepartner steht laut gesetzlicher Erbfolge immer ein Teil der Erbschaft zu.

 

Die Höhe des Erbes des Ehepartners ist abhängig von:

  • ehelichen Güterstände: Zugewinngemeinschaft, Gütertrennung oder Gütergemeinschaft
  • Anzahl der Kinder.

Wenn nichts anders in einem Ehevertrag vereinbart ist gilt in einer Ehe als Güterstand die Zugewinngemeinschaft (gesetzlicher Güterstand).

 

Darstellung der Erbquoten der Ehegatten je nach Güterstand und Anzahl der Kinder

 

 

0 Kinder

1 Kind

2 Kinder

> als 2 Kinder

 

 

 

 

 

Zugewinngemeinschaft

½ + ¼ = ¾

  ¼ + ¼ = ½

  ¼ + ¼ = ½

  ¼ + ¼ = ½

Gütertrennung

½

½

¼

Gütergemeinschaft

½

¼

¼

¼

 

Zugewinngemeinschaft

Bei der Zugewinngemeinschaft bleibt das Vermögen der Partner getrennt. In diesem Fall kann der überlebende Ehepartner wählen, ob er gemäß erbrechtlichen Regelungen erbt oder das Erbe ausschlägt (sog. güterrechtliche Regelung).

 

a. erbrechtliche Regelung

Im Erbfall werden dem Ehepartner zusätzlich zu seinem gesetzlichen Erbanteil ¼ des Erbes zugesprochen (pauschaler Zugewinnausgleich).

 

b. güterrechtliche Regelung

Wenn der Zugewinn sehr hoch ist und dieser nicht durch den zusätzlichen Anteil von ¼ des Erbes ausgeglichen wird, kann es sinnvoll sein, das Erbe auszuschlagen (wichtig: 6 Wochen Frist beachten). Der überlebende Ehegatte erhält dann den Pflichtteil und den tatsächlichen Zugewinnausgleich. Diese ist nach den gesetzlichen Vorschriften zu berechnen.

 

Gütertrennung

Im Güterstand der Gütertrennung erben Ehegatte und Erben erster Ordnung zu je gleichen Teilen. Werden mehr als zwei Kinder hinterlassen erbt der Partner 1/4 des Nachlasses.

 

Gütergemeinschaft

Wurde durch einen Ehevertrag eine Gütergemeinschaft vereinbart, gehört dem Ehepartner ab Abschluss die Hälfte des gemeinsamen Vermögens (Gesamtgut).

 Im Erbfall erhält der hinterbliebene Ehepartner von der Vermögenshälfte des verstorbenen Partners ¼.

 

Der Ehepartner hat - sofern er gestzlicher Erbe ist - neben dem Erbanteil noch Anspruch auf einen Voraus: Haushaltsgegenstände (Möbel) und Hochzeitsgeschenke.