Erbschaftsteuerrecht

 

Eine Erbschaft oder ein Vermächtnis unterliegt - abhängig von der Höhe, dem Verwandschaftsverhältnis und wieteren Faktoren der Erbschaftsteuer. Gleiches gilt für eine Schenkung. Die Steuerschuld entsteht für den Erben mit dem Todesfall.

 

Die Höhe der zu entrichtenden Steuer bemisst sich grundsätzlich nach dem Wert der Erbschaft und der Zugehörigkeit des Bedachten zu einer von drei gesetzlich vorgesehenen Steuerklassen. Weiter sind in jedem Fall gesetzlich festgelegte Steuerfreibeträge steuermindernd zu berücksichtigen.

 

1. Steuerklassen:

  • In Steuerklasse I fallen der Ehegatte, der eingetragene Lebenspartner die Kinder und Stiefkinder, die Enkel und Großenkel sowie die Eltern und Großeltern des Erblassers.
  • Die Steuerklasse II ist für Geschwister, Nichten und Neffen, die Stiefeltern, Schwiegereltern sowie den geschiedenen Ehegatten des Erblassers vorgesehen.
  • Die Steuerklasse III gilt für alle übrigen Personen, also Cousins und Cousinen, Großnichten und -neffen, sowie für alle nicht verwandten Erwerber.

2. Steuersätze:

Wert des Steuerpflichtigen Erwerbs:

 

Prozent in der Steuerklasse

Euro 

I

II

III

70.000

7

15

30

300.000

11

20

30

600.000

15

25

30

6.000.000

19

30

30

13.000.000

23

35

50

26.000.000

27

40

50

über 26.000.000

30

43

50

 

3. Ermittlung des Wertes des steuerpflichtigen Erwerbs:

a. Aktiva:

Um die Höhe des zu versteuernden Erwerbes zu ermitteln, sind zunächst sämtliche Vermögensgegenstände, die einem zugewandt wurden, zum Todeszeitpunkt zu bewerten. Der Wert bebauter Grundstücke wird nach § 182 BewG (Bewertungsgesetz) nach dem Vergleichswertverfahren, dem Ertragswertverfahren oder dem Sachwertverfahren ermittelt. Sämtliche anderen Gegenstände sind grundsätzlich mit ihrem Verkehrswert zum Zeitpunkt des Erbfalls in Ansatz zu bringen.

 

b. Verbindlichkeiten:

Von dem so ermittelten Nachlasswert sind dann sämtliche Nachlassverbindlichkeiten abzuziehen. Abzuziehen sind:

  • sämtliche vom Erblasser herrührenden Schulden, soweit sie der Erbe übernehmen muss,
  • Verbindlichkeiten aus Vermächtnissen und Auflagen,
  • geltend gemachte Pflichtteils- und Erbersatzansprüche Dritter,
  • sowie Kosten der Beerdigung und Grabpflegekosten.

4. Freibeträge:

Vor der Besteuerung werden dann noch sogenannte Freibeträge ausgenommen. Es gelten folgende Freibeträge:

  • für den Ehegatten und den eingetragenen Lebenspartner des Erblassers: € 500.000
  • Kindern: € 400.000,
  • Eltern des Erblassers € 100.000
  • Personen der Steuerklasse II: € 20.000,
  • Personen der Steuerklasse III: € 20.000.

Wichtige Regelungn:

  • Die Freibeträge können alle zehn Jahre durch Schenkungen genutzt werden.
  •  Zugewinnausgleich des Ehe-oder eingetragenen Lebenspartners ist immer erbschaftsteuerfrei

  • Steuerbefreiungen für Familienheime (§ 13 Abs. 1 Nr. 4a-c)