Erbschein

  • Der Erbschein ist ein vom Gericht ausgestellter Ausweis darüber, wer Erbe ist und in welchem Verhältnis zueinander mehrere Personen erben (Erbquote).
  • Auch Beschränkungen sind im Erbschein genannt (Testamentsvollstreckung, Nacherbschaft usw.)
  • Ein Erbschein ist erforderlich, wenn der Erbe sich im Rechtsverkehr als solcher ausweisen muss, um den Nachlass zu bekommen und darüber verfügen zu können.
  • Das Nachlassgericht stellt einen Erbschein nur aus, wenn er beantragt wird.
  • Mit dem Antrag nimmt der Antragsteller die Erbschaft an und übernimmt auch etwaige Schulden. Er kann das Erbe nicht mehr ausschlagen.

Nicht jeder Erbe benötigt einen Erbschein. Voraussetzung dafür ist, dass die Erben ihr Erbrecht anders nachweisen können.

  •  Gibt es ein öffentliches oder privates Testament und ein gerichtliches Eröffnungsprotokoll, bedarf es oft keines Erbscheins.
  • Gegenüber der Bank bedarf es einer Kontovollmacht über den Tod hinaus, um ohne Erbschein zu verfügen.
  • Auch eine Vorsorgevollmacht über den Tod hinaus kann einen Erbschein entbehrlich machen.
  • Bei einer Grundbuchänderung verlangt das Grundbuchamt idR einen Erbschein.

So gehen Sie vor

  • Stellen Sie fest, ob Sie einen Erbschein benötigen.
  • Um einen Erbscheinsantrag zu stellen suchen Sie alle Geburts-, Heirats- und Sterbeurkunden heraus, sofern der Verstorbene kein Testament hinterlassen hat und die gesetzliche Erbfolge gilt.
  • Einen Erbschein können Sie beim Amtsgericht/Nachlassgericht am Wohnort des Verstorbenen beantragen.
  • Der Antrag enthält ein Formular zum Nachlasswert, das Sie ausfüllen müssen. Davon hängen die Kosten für den Erbschein ab. Für die Ausstellung eines Erbscheins fallen Gerichtsgebühren nach dem Gerichtskostengesetz an. Etwaige Schulden des Verstorbenen sollten angegeben werden.