Gesetzliche Erbfolge

 

Hat ein Verstorbener keine letztwillige Verfügung hinterlassen, tritt die gesetzliche Erbfolge ein.

 

Die gesetzliche Erbfolge tritt insb. ein, wenn

  • weder Testament noch Erbvertrag aufgesetzt wurde
  • das Testament unwirksam ist
  • der testamentarische Erbe die Erbschaft ausgeschlagen hat.

Gesetzliche Erben sind:

  • Ehegatte des Erblassers (und eingetragene Lebenspartnerschaft)
  • Abkömmlinge und Verwandte des Erblassers
  • Staat

Es erben nicht:

  • Verschwägerte: Schwiegermutter, Stiefvater, angeheiratete Verwandte
  • Nicht eingetragene Partnerschaften (unverheiratete Paare)
  • Geschiedene Ehepartner
  • Stief- oder Pflegekinder

Das gesetzliche Erbe erfolgt in bestimmter Reihenfolge (sog. Ordnungen). Dabei gilt der Grundsatz, dass nähere Verwandte entferntere ausschließen.

 

1.    Ordnung: Kinder des Erblassers oder deren Abkömmlinge (Enkel, Urenkel)

2.    Ordnung: Eltern des Erblassers oder deren Abkömmlinge (Geschwister)

3.    Ordnung: Großeltern des Erblassers oder deren Abkömmlinge

4.    Ordnung: Urgroßeltern des Erblassers oder deren Abkömmlinge

5.    Ordnung: Ururgroßeltern oder deren Abkömmlinge

 

Erben früherer Ordnung schließen Erben nachfolgender Ordnungen aus. Ist ein Abkömmling einer Ordnung verstorben, erben dessen Kinder an seiner Stelle.

 

Besonderheiten ergeben sich u.a.:

  • beim sog. Dreißigsten: Unterhaltsbereichtigung für die ersten 30 Tage nach dem Todesfall, sofern der Berechtigte mit dem Erblasser in einem Haushalt gewohnt hat und nicht Erbe geworden ist.
  • bei einem Mietverhältnis:  das Mietverhältnis des Erblassers wird mit den Familienangehörigen fortgesetzt oder kann von ihnen innerhalb eines Monats nach dem Tod des Erblassers außerordentlich gekünidgt werden.
  • Bei Zuwendungen zu Lebzeiten an Kinder können diese im Erbfall ausgelichspflichtig sein.
  • Ausgeglichen werden können auch Mitarbeit im Beruf und Pflegeleistungen der Kinder für den Erblasser.

 

Das Erbrecht des Ehe- oder eingetragenen Lebenspartners steht eigenständige nebem dem Verwandschaftsrecht (s. Ehegattenerbrecht). Wie viel geerbt wird, hängt von den Miterben ab.